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DIE NORDDEUTSCHE vom 30.05.2009

Karibische Grazien und Mythen der Ahnen
Neue Galerie Havanna eröffnet heute mit einer Ausstellung von drei kubanischen Künstlern Von Gabriela Keller 

Vegesack. Splitternackt räkelt sich die schokobraune Schöne auf ihrem Bett aus Früchten. Auf Bananen, Ananas, Papaya, Trauben und anderem Obst lockt das Weib. Ahmed Cardenas hat ein Bild der Lebenslust gemalt: bunt, heiter und leicht. Der karibische Traum.

Geträumt werden kann er ab heute an der Alten Hafenstraße 20. Dort, wo sie bis vor kurzem noch Nautiquitäten und maritime Souvenirs verkaufte, eröffnet Kim Hedeler jetzt ein Stück Kuba in Vegesack: die Galerie Havanna. Zum Auftakt stellen drei zeitgenössische Künstler der Karibik-Insel ihre Bilder aus: Neben Ahmed Cardenas und Hugo Azcuy Castillo auch Andrés Alberto Aguiar Achi. Der 1941 in Havanna geborene Architekt gehört zur Verwandtschaft der Galeristin. Über ihn knüpfte die Beckedorferin die Kontakte zu den anderen beiden Künstlern. Neben Kunst aus Kuba will Hedeler zeitgenössische südamerikanische und afrikanische Kunst zeigen.

Die drei Künster der Eröffnungsausstellung vertreten unterschiedliche Richtungen zeitgenössischer sein privates Kuba. Für seine Bilder im Pop-Art-Stil oder angelehnt an karibische Volkskunst schöpft er aus dem kulturellen Fundus seiner Heimat. Das Sprichwort "Frauen sind wie Hühner" setzt er im Bild einer keineswegs trauernden Witwe um: Neben dem Foto des verblichenen Gatten hält die Schöne im grünen Flamencokleid den neuen Verehrer als Hahn im Arm.

Zu dem Obststillleben mit nackter Grazie inspirierte ihn das Lied "La fruta". Ein kritischer Seitenhieb auf die Frau als Frucht zum Vernaschen? Cardosa pariert die Frage mit der Sichtweise des Lateinamerikaners: "Die Frau ist das Beste." Anders als die Früchte trägt sie kein Preisschild: "Sie ist unbezahlbar." Ein anderes Bild setzt den "schlimmsten Albtraum" in Szene: den Untergang auf dem Meer auf der Flucht in die USkubanischer Kunst. Der 35jährige Ahmed Cardenas ist nicht nur der Jüngste sondern auch der "Kubanischste" des Trios. Karibische Schönheiten bevölkern seine farbstarken Werke. "Ich liebe es, Frauen zu malen." Ausgerechnet er, der Castros Insel vor elf Jahren den Rücken kehrte und nach Barcelona heute in Dresden lebt, greift in seinen Arbeiten den Alltag in Kuba auf. In der Fremde schafft er sich A, das für viele Kubaner das Land der Verheißung ist.

Der Mythenwelt seiner afrikanischen Ahnen spürt Andrés Alberto Aguiar Achi in kleinformatigen, mit sparsamen Strichen zu Papier gebrachten Zeichnungen und großen Gemälden nach. Picasso und der kubanische Maler Wilfredo Lam sind die künstlerischen Vorbilder des Architekten. Ein Serie von sieben Ölbildern mit dem Titel "Die Gründer", benannt nach einer afrikanischen Legende, visualisiert das Entstehen von Leben auf der Erde, vom Ursprung im Meer über Pflanzen und Tiere bis hin zum Menschen. In großen Farbflächen entdeckt der Betrachter neben kreatürlichen Formen viele kleine Symbole und Tierfiguren: Bäume als Sinnbild des Lebens, Leoparden als Symbol für Kraft und Stärke, Krokodile und Ziegenböcke erinnern an animalistische Naturreligionen.

Abstrakte Arbeiten zeigt Hugo Azcuy Castillo, 1972 in Havanna geboren. Wilde, vor Farbe förmlich explodierende Collagen stehen neben einer formalistischen Arbeit. "Der Weg des Chuang Tzu" ist von unzähligen, farblich unterschiedlich gestalteten Quadraten gepflastert. Aus einer gelben Kringelwolke zieht sich vertikal eine rote Farbspur. Die Ausstellung in der Galerie Havanna wird heute um 17 Uhr eröffnet.

GALERIE HAVANNA  | 0172 419 7252