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"Der Körper selbst interessiert mich am wenigsten - er ist nur eine Hülle"

Larissa Strunowa-Lübke  "Passionen"

Larissa Strunowa Lübke stellt ihre Werke in der Galerie Havanna in Vegesack aus. 

Von Gabriela Keller - Weser Kurier 

Sie malt Körper. Nackt. Mal mehr, mal weniger abstrakt. Aber als Akte will Larissa Strunowa-Lübke ihre Bilder auf keinen Fall verstanden wissen. "Der Körper selber interessiert mich am wenigsten. Er ist nur eine Hülle. Mir geht es um die Seele und um Gefühle", sagt die Künstlerin.
"Passionen" hat sie ihre Ölbilder und Aquarelle überschrieben, die zurzeit in der Galerie Havanna in Vegesack zu sehen sind. In den in Farbe und Stil expressiven Arbeiten ist das Leibliche Ausdrucksmittel für Stimmungen, Emotionen und seelische Befindlichkeiten. Der Körper wird zur Chiffre für den Menschen allgemein in seiner Beziehung zu sich selbst, zu anderen und zu seiner Umgebung. Bewusst belässt die Malerin ihre Figuren deshalb auch gesichtslos, um jegliche Individualisierung zu vermeiden.
Der in Russland gebürtigen Künstlerin, die in Moskau Malerei und Bühnenbildnerei studiert hat, geht es um die Frage: Wer ist der Mensch? In dem Bild "Seelensucher" thematisiert Strunowa-Lübke den Übergang vom Leben zum Tod. Eine Gestalt in einem roten Umhang umfängt mit ausladender schwungvoller Geste eine Figur, die als schemenhafter Schatten in einem hellen Lichtfeld dargestellt ist. Weitere Figuren sind fast unkenntlich an den dunklen Bildrändern versteckt. Das Kommen und Gehen des Menschen greift die Malerin in einem weiteren Bild auch. Wesen aus roten Farbfäden bilden eine Gasse, die auf einen Punkt in der Mitte des oberen Bildrandes zuläuft. Wie ein Schatten schält sich aus dem schwarzen Hintergrund ein Gesicht, das an das Antlitz Christi erinnert. Strunowa-Lübke selbst hatte beim Malen kein konkretes Gesicht vor Augen. "Erst sollte es eine Frau werden, dann ein Mann." Irgendwie sei dann beides miteinander verschmolzen.
Die Künstlerin, die in der Nähe von Hamburg lebt und arbeitet, lässt sich beim Malen von ihrer Intuition leiten. Ohne eine fertige Idee im Kopf legt sie los. Im künstlerischen Prozess nimmt das Motiv Form an. Klassische Musik begleitet sie beim Malen und inspiriert sie. Zu den Seelensuchern hörte sie Bach. Maria Callas sang, als sie auf der Leinwand einen weiblichen Körper schuf, der mit kraftvollem Schwung ein Gemäuer sprengt.
Viele Bilder strotzen vor ungebändigter Farbkraft. Mit lebhaftem Pinselstrich werden die Farben in mehreren Schichten aufgetragen. Die Körper sind Teil des Farbenrauschs. In vielen Bildern verschmelzen Figuren und Hintergrund. Die Haare der Meerjungfrau werden eins mit der fließenden Bewegung des Wassers. Eine andere Arbeit zeigt zwei Körper, die zu einem zusammenwachsen als Sinnbild für das innere und äußere Ich, die zueinander finden.
Die Veränderung des Menschen im Laufes seines Lebens macht das Werk "Enthäutung" anschaulich: Aus einer Figur kommt eine neue hervor. Andere Arbeiten thematisieren Zwischenmenschliches. Wie eine Opfergabe trägt ein Mann eine Frau auf Händen. Das ewig Weibliche lockt in Gestalt einer bis auf den Gesichtsschleier unverhüllten Frau, die ihre Reize den Gaffern herzeigt.

 

 

GALERIE HAVANNA  | 0172 419 7252