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Kubanischer Maler Andrés Achi stellt in der Galerie Havanna aus

19.07.2011 

Auf den Spuren der Ahnen

Von Gabriela Keller - Weser-Kurier

Vegesack. Der sandfarbene Grund erinnert an trockene Landschaften Afrikas. Darauf versprengte grüne Zuckerrohr-Bündel rahmen zwei Hände in der Bildmitte. Die geöffneten Handflächen sind leicht gewölbt, um zu empfangen oder zu geben. Kleine Zeichnungen auf den Fingerkuppen nehmen das Hände-Motiv auf. Finger klammern sich um Pfeile.

"Transculturacion" hat der kubanische Maler Andrés Achi sein Bild genannt. Er greift darin sein großes künstlerisches Thema auf: die vielfältigen Einflüsse der Mythen und Religionen Afrikas auf die Kultur der ehemaligen spanischen Kolonie Kuba. Die Vegesacker Galerie Havanna, die Achi bereits im vergangenen Jahr eine Einzelausstellung widmete, hat den Künstler jetzt bis 8. Oktober erneut zu Gast.

Zu sehen sind Arbeiten aus einem Zeitraum von etwa sechs Jahren. Die jüngsten Bilder sind in diesem Jahr entstanden. Der Vergleich früherer und neuer Werke zeigt, wie facettenreich der 1941 in Havanna geborene Maler das beherrschende Thema seines künstlerischen Schaffens umsetzt. Mal malerischer, mal grafischer variiert er wiederkehrende Elemente und Zeichen. Zuckerrohr, Ziege, Krokodile oder Musikinstrumente stehen als Chiffren für die unterschiedlichen Einflüsse, die sich in der kubanischen Kultur vermischen. "Die Ureinwohner, die Spanier und die Afrikaner haben der Kultur Kubas ihren Stempel aufgedrückt. Das Werk von Andrés Achi macht besonders den afrikanischen Einfluss sichtbar", sagte Héctor Corcho. Der Kulturattaché der kubanischen Botschaft in Berlin eröffnete am Sonnabend die Ausstellung zusammen mit Nehlsen-Geschäftsführer und Ex-Senator Ronald-Mike Neumeyer.

Die Mythenwelt seiner Ahnen

 

"Achi kehrt als Maler zurück nach Afrika in die Mythenwelt seiner Ahnen", erläuterte Hannelore Noltenius bei ihrer Einführung in das Werk. Die früheren Sklaven aus Afrika brachten ihre Religion, ihre Mythen und Riten mit nach Kuba. Hier vermischten sich die importierten Naturreligionen und Götterwelten Afrikas mit dem Katholizismus der ehemaligen spanischen Kolonialherren. Achi setzt sich vor allem mit der in der Kuba verbreiteten Carabalis-Mythologie auseinander, deren Wurzeln in der nigerianischen Region Calabar liegen.

Der Maler, der neben Picasso den großen kubanischen Surrealisten Wilfredo Lam zu seinen Vorbildern zählt, sucht und findet immer wieder neue Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks. In seinen neuesten Arbeiten bewegt er sich zwischen zwei Polen. Gips auf Papier dient als Bildgrund für minimalistische Zeichnungen. Eine Maske, ein verkleideter Tänzer, Ekon-Instrumente und ein geschmückter Hahn erzählen von Ritualen, Tänzen, Musik und Magie. Als Maler hat Achi das große Format entdeckt. Fünf Werke, rund zwei Meter hoch und 1,35 Meter breit, rücken den Mensch in den Mittelpunkt. Überlebensgroß, nackt und manchmal kopflos steht er mit dem Rücken zum Betrachter im Bild. So unidentifizierbar wie die Figur ist der Raum, in dem der Maler sie platziert. Achi geht es um existenzielle Fragen des Menschseins: Woher komme ich, wohin gehe ich? Die Bilder zeigen den Menschen als Suchenden auf dem Weg. Für den Maler sind die neuen Werke eine Fortsetzung seines Kernthemas: der Wanderung von Menschen zwischen verschiedenen Orten.

Andrés Achi wird für die Dauer seiner Ausstellung in der Galerie arbeiten. Er bereitet sich hier auf die elfte Biennale Havanna 2012 vor. Öffnungszeiten der Galerie: mittwochs und donnerstags von 15 bis 19 Uhr, sonnabends von 11 bis 15 Uhr.

 

GALERIE HAVANNA  | 0172 419 7252