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Luz pa’ el Spíritu  

Seine Bilder sollen den Geist erhellen 

Galerie Havanna zeigt bis 20. November die Arbeiten des kubanischen Malers Alejandro Arrechea Fong

Von Gabriela Keller -  Weser Kurier

Vegesack. "Licht hat für mich eine philosophische Dimension. Es steht für Hoffnung, Wahrheit, Liebe, Erleuchtung", sagt der kubanische Maler Alejandro Arrechea Fong. "Luz pa'el Spíritu", Licht für den Geist, heißt seine Ausstellung in der Vegesacker Galerie Havanna

Nomen est omen. Der 1967 in Havanna geborene Künstler lotet in seinen Bildern das Licht in seinen vielfältigen übertragenen Bedeutungen aus. In einem seiner zum Teil bis zu zweimal zwei Meter großen Bilder führt "Der Weg ins Licht" über eine Rolltreppe in einem von Scheinwerfern erhellten Tunnel. Licht am Ende eines dunklen Tunnels gibt es auch für das Nilpferd, das in einem bunten Blütenmeer reglos kauert. Über ihm flattern lauernd Fledermäuse. Fast unsichtbar sind sie in der Dunkelheit, ihre großen Schwingen scheinen eins mit dem Tunnelgewölbe.

"A sotto voce", mit leiser Stimme, hat Arrechea das Bild betitelt. Ein gesellschaftskritischer Kommentar des Künstlers. Das Nilpferd steht stellvertretend für Menschen, die sich nicht zu mucksen wagen aus Angst, dass sich "die da oben" auf sie stürzen. Politische Leisetreterei und Ruhe als "oberste Bürgerpflicht" - in seinem Bild greift Arrechea eine Erfahrung auf, die er nach eigenen Worten nicht nur in Kuba sondern auch in anderen Ländern gemacht hat. Mit dem Licht, das den massigen Tierkörper wie eine Aura umgibt, setzt der Künstler ein Zeichen der Hoffnung auf eine Wende zum Besseren. In einem weiteren Bild greift er das Thema in anderer Form erneut auf. Diesmal sind es Hammerhaie, die ein Mikrofon in einem Lichtkegel umkreisen.

 Erotische Blickwinkel

In den Werken von Arrechea, der am "Institut Superior de Arte de Cuba" in Havanna studierte, überlagern grafische Motive die Malerei. Das wird besonders in Seriegrafien anschaulich, die das Thema Licht unter einem erotischen Blickwinkel beleuchten. Provokant werden riesige Scheinwerfer als Lichtquelle und menschliche Körperteile zugleich dargestellt. Ein rotes Höschen spannt sich zwischen zwei Lampen, die wie weibliche Schenkel gespreizt sind. Ein anderes Bild zeigt einen männlichen Torso. Das Geschlechtsteil ist eine Lampe, die ihren Strahl auf die Insel Kuba richtet.

Die Scheinwerfer als Leuchtquelle sind ein wiederkehrendes Element in den Arbeiten des Malers, der in verschiedenen Ländern viele Jahre auch hinter den Kulissen von Theater und Fernsehstudios arbeitete. Eine Mischtechnik zeigt einen leeren Fabrikraum. Gelb dringt Licht durch die Fenster.

Am unteren Bildrand sind die Konturen eines weiblichen Teiltorsos zu sehen, der durch zwei Scheinwerfer-Schenkel verlängert wird. "Inspiration gibt es überall" - der Bildtitel lässt den Betrachter grübeln. Genau das will Arrechea mit seinen nicht immer auf den ersten Blick verständlichen Bildern erreichen. "Ich möchte nicht, dass der Betrachter vor einem Bild stehen bleibt, 'schön' sagt und dann zum nächsten weitergeht", meint der Maler. Seine Bilder wollen mit geduldigem Blick erforscht werden. Nur so erschließt sich ihr Reichtum an Formen und Motiven, bildet sich im Kopf des Betrachters allmählich ein Verständnis für das, was ihm der Maler mit dem Bild sagen will. Das gilt auch für die religiösen Motive, in denen Arrechea Licht für den Geist entdeckt. Das Bild "Babalú Ayé-Steh auf!" ist eine moderne Adaptation der Lazarus-Geschichte. Arrechea zeigt sich hier als Konzeptkünstler. Der Verwundete ist als muskulöser Torso mit Krücke dargestellt. Den Brustkorb bildet ein Plakatgerüst, auf dem ein Huskie zu sehen ist. Der Legende nach leckten Hunde Lazarus die Wunden. Der Torso selbst nimmt Anleihen bei Statuen Michelangelos. Einflüsse eines Aufenthaltes von Arrechea in Florenz. Seit zehn Jahren ist Spanien die Wahlheimat des Kubaners, er lebt und arbeitet heute in Madrid.  

 

 

GALERIE HAVANNA  | 0172 419 7252